Gedankenwirrwarr | Wir bringen Farbe ins Spiel

Vielleicht ist es die Sehnsucht nach Frühling, aber in letzter Zeit sehne ich mich nach Farbe in meinem Leben. Das beeinflusst meine Klamottenwahl, aber eben auch alle anderen Bereiche im Alltag. So grübeln und diskutieren wir seit Wochen, ob wir nicht ein bisschen Farbe in das triste Leben unserer kleinen Wohnung bringen sollten.

Unser Wohnzimmer ist komplett weiß gestrichen. Philipp hat mir vor ein paar Wochen einen Artikel von einem Farb-Professor gezeigt. Darin stand, dass weiße Wände lebensfeindlich sind, weil die Farbe Distanz schafft und keine Stimmung. Es entsteht einfach keine Wohlfühlatmosphäre. Ob es stimmt oder nicht, weiß ich nicht, aber seitdem hat sich in unseren Köpfen der Gedanke festgesetzt, dass wir Farbe an den Wänden brauchen.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir in meiner Schule pastellfarbene Wände hatten, da irgendein Verantwortlicher dort überzeugt davon war, dass die Schüler dann ruhiger und konzentrierter im Unterricht sind. Ob das was geholfen hat? Ich habe keinen blassen Schimmer.

In meinem Kinder- und Jugendzimmern hatte ich immer mal wieder eine farbige Wand. Das Farbspektrum erstreckte sich hier allerdings von blaugrau bis schwarz (Ja, ich hatte eine schwarze Wand und habe sie geliebt!). Generell kann man sagen, helle, bläuliche Töne sind kühler und machen den Raum größer, Rot-Orangetöne strahlen Wärme aus und haben eine anregende Ausstrahlung. Und zu meiner Überraschung sind dunkle Farben in kleinen Räumen scheinbar ideal, weil sie die Zimmerkonturen verschwinden lassen und die Grenzen des Raumes daher nicht mehr so gut vom Auge erfasst werden. So habe ich das zumindest mal irgendwo gelesen. Das ist zwar alles gut zu wissen, bringt uns aber nicht wirklich weiter.

Welche Farbe ist die richtige für meine Wand?

Ein Besuch im Baumarkt sollte Abhilfe schaffen und uns zumindest mal in eine Richtung lenken. Ganz intuitiv griff ich nach den Farbmustern diverser Anbieter. Nach wenigen Minuten hielt ich über 20 Kärtchen mit unterschiedlichen Farbnuancen in meinen Händen, die so schöne Namen wie „Hüterin der Freiheit“ oder „Ruhe des Nordens“ trugen. Grüntöne zwischen Minzgrün und Taubenblau. Im Nachhinein war mein Faible für diese Farbnuancen in meinen Pinterest-Pinnwänden schon ziemlich ersichtlich.

Während ich also zumindest unterbewusst schon seit längerem eine bestimmte Farbwelt im Kopf hatte, griff ich im Baumarkt noch zu einer ganz andere Farbe. „Duft des Orients“ stand auf der Karte. Dabei handelt es sich um ein „Verhülltes Rotorange„. Von diesem Rotorange tastete ich mich in Richtung Altrosa und plötzlich hatte ich auch hier einige Karten in der Hand.

Hätte man mich vor ein paar Monaten gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, eine Wand rosa zu streichen, hätte ich womöglich gelacht. Aber irgendetwas gefällt mir sehr an der Vorstellung, ein Teil meines Wohnzimmers in dieser Farbe zu streichen, die keinen Namen hat – nur eine Nummer – und sich irgendwo zwischen „Duft des Orients“ und „Wolken in Rosé“ befindet. In Zeiten, in denen Machos rosa Polohemden tragen, muss man ohnehin nicht fragen, ob so eine Farbe „männlich“ ist. Mir geht es ohnehin rein um die Ästhetik und die Frage, was passt am besten.

Hier kommt aber schon das nächste Problem: Philipp.

Philipp hat wegen seiner Farbenblindheit (mehr dazu hier) einen ganz anderen Blick auf die Farben. Er empfindet Farben als warm und angenehm, die ich selbst total ungemütlich finde. Die Farben wecken ganz andere Gefühle in ihm, als bei mir. „C16.4“ empfindet er beispielsweise als warm, obwohl es eher ein kalte Farbe ist.

Das größte Problem ist allerdings, sich dann tatsächlich für eine Farbe zu entscheiden und das Zimmer dann auch damit zu streichen. Was, wenn die Farbe auf dem kleinen Farbtäfelchen doch cooler aussieht, als großflächig an der Wand? Was, wenn wir uns an altrosa oder „Hüterin der Freiheit“ schon nach fünf Tagen sattgesehen haben?  Und kann man eigentlich auch nur einen Teil der Wand streichen oder sieht das blöd aus?

Fragen über Fragen.
Was meint ihr?

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch

11 Comments

  • 7 Monaten ago

    Ich bin gespannt was ihr wählt – die Rosatöne finde ich super 🙂
    Im Wohnzimmer haben wir eine Wand in petrol gestrichen. Ich mags inzwischen nicht mehr wirklich sehen und habe gemerkt, dass hellere Farbtöne schöner sind. Und noch einmal würde ich keine komplette Wand farbig streichen, wenn nur teilweise. Bei einem Komplettanstrich wären es bei mir wohl so Nude-Töne oder Nichtfarben, wie grau oder braun (Latte Macchiato…)

  • 7 Monaten ago

    Altrosa! Ich habe letztes Jahr einige Wände in einem beige/taupe gestrichen und ich liebe diese Farbe immer noch! Bin gespannt welche Farbe es wird:)

  • 7 Monaten ago

    Bin schon gespannt für welche farbe ihr euch entscheidet .Mein Wohnzimmer hat 2 farben, ich konnte mich nicht für eine entscheiden Lol 🙂

    http://Www.leilad.com

  • 7 Monaten ago

    I have 2 black walls in my living room and in my bedroom decorated with copper and white accessories! I LOVE them! My dad for example hates them haha… Colours are a funny thing as you need to make sure you don’t get too fed up with them quickly. Although I love cool colours myself, I think your room would really suit those warmer tones too! 🙂

  • 7 Monaten ago

    I like white walls a lot especially if you add color in your artwork or decor. But I also really do like the dusty pink color a lot!

  • 7 Monaten ago

    Ich liebe alles, was farbig ist. Ich habe auch weiße Wände. Lieber für mich ist aber ein farbiges Bild oder mehrere, dann paar Farbige Tischläufer und Blumen, farbige Gardinen,was sich sehr gut miteinander verbindet- das kann man schnell wechseln wenn man plötzlich was anderes möchte.
    Aber Farbe ist auf jeden Fall schön!Und wenn, dann Altrosa finde ich schön!

  • 7 Monaten ago

    I agree, and this is weird coming from someone born and raised with Scandinavian minimalism, but there should be more color in our homes. I actually think you should go for that wonderful color you have on your hoodie. Or as close you can. 🙂
    xx
    Thomas

  • 7 Monaten ago

    Da habt ihr ja eine ganz besondere Challenge wegen der unterschiedlichen Farbwahrnehmung. Vielleicht müsst ihr mit kleinen Farbmengen an einer „versteckten“ Stelle erst mal die Farben testen. Auf der Wand und je nach Lichteinfall wirken sie ja doch noch mal ganz anders. Und falls es doch zu overpowering sein könnte, reicht ja erst mal nur eine Wand, die farbig gestrichen ist.

    LG Biene
    http://lettersandbeads.de

  • 7 Monaten ago

    I can completely understand your thirst for colour at the moment, winter does that to the eye. I’ve recently repainted and decorated but decided to go for classic white walls and statement neutral furniture instead. Can’t wait to see the end results!

  • 6 Monaten ago

    Love the way your sweater goes with the swatches.

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