Taiwan Travel Guide | Taipeh

„Made in Taiwan“ hat jeder schon einmal gehört, doch wo Taiwan liegt und was dieses kleine Land zu bieten hat, das wissen die wenigsten.

Taiwan ist eine Insel ganz im Westen des Pazifiks direkt vor dem chinesischen Festland. Sie ist so groß wie Baden-Württemberg, hat aber mehr als doppelt so viele Einwohner. Die meisten davon leben in der Hauptstadt Taipeh (2,6 Millionen) im Norden der Insel und in den Industriestädten an der Westküste. Die Ostküste und der Süden sind deutlich ländlicher und auch landschaftlich schöner.

Wir haben unsere Reise daher in Taipeh begonnen (hier befindet sich auch der einzige internationale Flughafen Taiwan Taoyuan), sind über die Ostküste mit Stationen im Taroko-Nationalpark und Taitung in den Süden nach Kenting gereist und dann mit dem Hochgeschwindigkeitszug innerhalb von 90 Minuten wieder nach Taipeh zurück. Zug ist ein gutes Stichwort, denn wir haben in Taiwan alle Fahrten mit dem Zug oder dem Bus gemacht. Das Zug- und Busnetz ist bestens ausgebaut, sehr modern und noch dazu deutlich preiswerter als in Deutschland. Wer aber doch ein Auto mieten möchte, braucht dazu einen internationalen Führerschein.

Wir haben in den zwei Wochen in Taiwan unglaublich viel erlebt, dass das einen einzigen Blogpost sprengen würde, daher wollen wir heute mit der Hauptstadt Taipeh beginnen, in den nächsten Tagen und Wochen werden dann unsere Eindrücke vom Shangri La Hotel Taipeh, vom Taroko-Nationalpark mit Aufenthalt im Hotel Silks Palace, sowie von Taitung und Kenting folgen.

Flughafen

Gelandet sind wir am Flughafen Taiwan Taoyuan. Der ist ein bisschen Außerhalb von Taipeh, ist mit der Hauptstadt seit 2017 aber durch die Airport MRT verbunden (Die Metro in Taipeh heißt MRT). Die Airport MRT endet am Taipeh Hauptbahnhof, deshalb haben wir dort auch unser erstes Hotel gebucht.

Datong District

Datong District ist das Stadtviertel nördlich des Hauptbahnhofs. Es ist eines der ältesten Viertel in Taipeh, seine Blütezeit war zwischen Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts und den meisten Gebäuden merkt man ihre Geschichte auch an. Sie sind nicht hoch gebaut – Wolkenkratzer sucht man vergebens – und beherbergen meist einen kleinen Laden, einen Handwerksbetrieb oder ein kleines Lokal. Ganz charakteristisch ist auch, dass die Häuser ab dem 1. Stockwerk bis über den Gehweg reichen und dementsprechend ein Teil des Gehwegs überdacht und auch Teil des kleinen Ladens oder Lokals ist.

Die historischen Gebäude befinden sich vor allem rings um die Dihua Street, die wohl symbolisch für das ganze Viertel steht. Hier reiht sich wirklich ein Teehaus an das andere, gefolgt von kleinen traditionellen Apotheken, in deren Auslagen sich tütenweise frische und getrocknete Mangos, Papayas, Ananas, aber auch Nüsse und Pilze befinden.

Mittendrin ist auch ein Tempel, der vor allem von Menschen aufgesucht wird, die die große Liebe suchen, denn er ist den Liebenden gewidmet. Die Leute werfen hier brennende Räucherstäbchen in das offene Feuer und murmeln dabei Gebete in der Hoffnung, endlich den oder die Richtige zu finden oder um zu beten, dass der Sohn oder die Tochter jemanden findet.

Sehenswert sind auch die vielen Stoffläden und insbesondere der Stoffgroßmarkt (Yong Le Market), in dem so viele verschiedene moderne und traditionelle Stoffe sind, dass man eine ganze Woche darin verbringen könnte!

Eine andere Straße, die wir euch empfehlen können, befindet sich direkt an der Grenze zischen dem Datong- und Zhogshan District hinter der belebten MRT-Station Zhongshan (Lane 16, Section 2, Zhongshan). Hier sind (neben den großen Malls an der Hauptstraße) viele kleine Läden, die sehr individuelle und vor allem moderne Mode verkaufen, direkt neben kleinen Cafés und Interior Stores.

Xinyi District

Das Viertel Rund um die MRT-Station City Hall ist genau das Gegenteil. Hier versuchen sich die Gebäude in Höhe und modernem Aussehen gegenseitig zu übertreffen, nicht wenige davon haben 50 Stockwerke oder mehr. Überragt werden sie aber allesamt vom Taipei 101, dem ehemals höchsten Gebäude der Welt mit seinen 101 Stockwerken, dessen Architektur an einen Bambus erinnert.

Anstatt den Aufzug zur Aussichtsplattform des Taipei 101 zu nehmen (von der aus man einen tollen Blick über die Stadt hat), haben wir uns dazu entschieden, in einen der benachbarten Wolkenkratzer zu gehen, vom dem aus wir sowohl Sicht auf die Stadt als auch auf das Taipei 101 haben und dabei noch lecker essen können.

Zwar sind in den meisten Hochhäusern Büros (so auch im 101), das Viertel ist aber weit mehr zu bieten. So sind hier beispielsweise so viele exklusive Malls direkt nebeneinander, dass man gar nicht mehr weiß, wo die eine Mall aufhört und die nächste beginnt. Die Architektur ist durchweg modern und atemberaubend, die Geschäfte stehen den Malls in London, Paris und New York in nichts nach (wir haben allein 4 Chanel Stores gezählt) und zwischen den Gebäuden in der Fußgängerzone sind insbesondere in den Abendstunden viele Musiker, Artisten und Künstler unterwegs, die ihr Programm zum Besten geben.

Die Einwohner von Taipeh kommen hier aber auch gerne hin, um zu essen. In jeder Mall gibt es mehrere hochklassige Restaurants mit Speisen aus der ganzen Welt. Wir waren zweimal dort und haben einmal im SHIN YEH gegessen, ein Restaurant mit klassischer taiwanesischer Küche, danach haben wir noch ein paar Cocktails im Brown Sugar getrunken, eine sehr entspannte Bar mit Live-Musik.

Das Highlight war aber ganz klar unser Lunch im Yen Restaurant im W TAIPEI. Das Yen befindet sich in der 31. Etage des Hotels und ist nicht nur den Hotelgästen vorbehalten. Das Essen ist chinesisch und taiwanesisch, wir waren bewusst mittags und nicht abends dort, da es zum Lunch auch hausgemachte Dim Sum gibt.

Vom Restaurant aus fällt der Blick in Richtung Westen von Taipeh, anders ist es in der Yen Bar, die sich direkt neben dem Restaurant befindet und in der wir nach dem Essen noch zwei Cocktails getrunken haben. Hier ist der Blick direkt auf das nah gelegene Taipei 101 gerichtet.

Die Yen Bar solltet ihr auf jeden Fall auf dem Schirm haben, wenn ihr mal einen Drink bei grandioser Aussicht genießen wollt.

Ximen

Der Stadtteil rund um die MRT-Station Ximen ist mit großem Abstand der belebteste, den wir im ansonsten sehr entspannten Taipeh gesehen haben. Verlässt man die MRT-Station, kommt man auf einen Platz, der im ersten Moment an den Times Square in New York oder den Piccadilly Circus in London erinnert. Auch bei Nacht ist es taghell, da an allen Wänden riesige Werbe-Bildschirme angebracht sind. Zwei Minuten dort, und ihr wisst, welche Filme in den nächsten Wochen in die Kinos kommen, was das neue Smartphone von Samsung alles kann und welche K-Pop Band bald in Taipeh auftritt.

Ximen ist der Treffpunkt der Jugend. Man hat das Gefühl, dass die gesamte Jugend von Taipeh sich auf den Plätzen und engen Gassen von Ximen versammelt, so voll ist es dort. Neben preiswerten Restaurants, Bars, Imbissen und Garküchen auf der Straße findet ihr dort unzählige Kleidungsläden von Adidas und H&M bis zu kleinen Boutiquen und mehr Multiplex Kinos, als es in ganz München gibt. Dazwischen gibt es immer wieder junge Leute, die jonglieren, singen oder tanzen. Außerdem solltet ihr in Ximen unbedingt Bubble Tea trinken. Unsere Freunde aus Taiwan haben gesagt, dass es dort die besten Bubble Teas der Welt gibt!

Cultural and Creative Park

Eine Parallelstraße nördlich der MRT-Station Sun Yat-sen Memorial Hall befindet sich der Songshan Cultural and Creative Park. Alte Fabrikgebäude wurden hier umfunktioniert zu Räumen für Kunstausstellungen, Co-Working-Spaces für Kreative und Verkaufsräume für lokale Künstler und Kunsthandwerker. Wir haben dort beispielsweise unter Anleitung einer Goldschmiedin aus Hongkong Armbänder für uns beide selbst kreiert.

Jiufen

Jiufen ist ein kleines Bergdorf außerhalb von Taipeh, aber da die Distanzen in Taiwan nicht sehr groß sind, kann man leicht einen Tagesausflug dorthin machen. Nehmt einfach den Local Train nach Ruifang und von dort mit dem Bus weiter nach Jiufen (Die Bushaltestelle findet ihr, wenn ihr vom Bahnhof aus die Hauptstraße 50m nach links lauft).

Jiufen war mal ein Goldgräberdorf, doch diese Zeiten sind längst vorbei. Heute lebt es eigentlich nur noch von Touristen, die durch die enge Old Street drängen und ihr Geld in den vielen Teehäusern und Lokalen lassen. Das klingt jetzt kritischer, als es tatsächlich ist, denn die Aussicht ist wirklich toll und die Stadt hat Flair. Macht nur nicht den selben Fehler wie wir und fahrt dort an einem Sonntag hin, denn da ist die sogenannte Old Street im kleinen Jiufen voll mit Touristen.

Was man dort auf jeden Fall machen muss: JiuFen Yu Yuan essen! Das ist eine für diese Gegend typische Süßspeise. Eisschnee mit süßen Bohnen, Taro-Balls und Süßkartoffel Bällchen. Super lecker.

Wofür wir in Taipeh leider keine Zeit hatten

  • Da’an District. Unsere Freunde und Follower aus Taipeh bzw die schon in Taipeh waren, haben uns unzählige Bars und Restaurants im Da’an District empfohlen. Der Tag, an dem das auf unserem Programm stand, war leider völlig verregnet, weshalb wir leider im Hotel geblieben sind. Beim nächsten Mal steht das aber ganz oben auf unserer Prioritätenliste.
  • Mit der MRT zur Station Zoo fahren und von dort mit der Seilbahn in die Berge. Von dort soll man eine gute Sicht über ganz Taipeh haben und ist dabei mitten in der Natur, denn man ist umgeben von Teeplantagen.
  • Besuch einer heißen Quelle. In ganz Taiwan gibt es heiße Quellen und auch im Taipeh herum gibt es einige. Vor allem die heißen Quellen in Beitou sollen schön sein und sind leicht erreichbar.
  • Yangmingshan Nationalpark. Er liegt direkt neben Taipeh und soll wunderschön sein. Googelt ihn mal!
  • Mehr Zeit mit der Familie verbringen.

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch

1 Comment

  • Annabelle
    3 Wochen ago

    Nächstes Mal nehmt ihr mich dann bitte mit! x

Leave A Comment

Related Posts